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Versorgungsausgleich

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Bei einer Scheidung geht auch die Altersvorsorge getrennte Wege

Bei einer Scheidung geht auch die Altersvorsorge getrennte Wege

Gesetzliche oder private Anrechte auf Altersversorgung, die Ehepartner während ihrer Ehezeit erwerben, gehören nach dem Willen des Gesetzgebers beiden Partnern zu gleichen Teilen. Im Fall einer Scheidung werden diese Anrechte im Rahmen des Versorgungsausgleichs zwischen beiden Ehepartnern aufgeteilt. Jeder erhält die Hälfte von jedem Anrecht.

Das hört sich einfach an. Gleichzeitig wirft der Versorgungsausgleich meist eine Reihe von Fragen auf.

Im Versorgungsausgleich des gerichtlichen Scheidungsverfahrens werden alle Anrechte auf Rente berücksichtigt, die Sie und Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner während der Ehezeit erworben haben. Das gilt für Ihre Anrechte bei der Berliner Ärzteversorgung genauso wie für die bei anderen Versorgungsträgern, zum Beispiel der gesetzlichen Rentenversicherung, der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, den kirchlichen Zusatzversorgungskassen.

Bitte beachten Sie: Als Berliner Ärzteversorgung können und dürfen wir Ihnen nur Auskünfte zu den in unserem Versorgungswerk bestehenden Anrechten erteilen. Sollten Sie eine darüber hinausgehende umfassende Beratung zu allen weiteren Anrechten wünschen, wenden Sie sich bitte an Ihren Rechtsanwalt oder sonstige betroffene Rententräger.

Auch wenn Sie zum Ende Ihrer Ehe bereits Rente beziehen, wird ein Versorgungsausgleich durchgeführt. Geteilt werden dann die vor Rentenbeginn erworbenen Anrechte. Sobald der Versorgungsausgleich rechtskräftig wird, verringert sich sofort Ihre Rentenhöhe.

Gesetzliche oder private Anrechte auf Altersversorgung, die Ehepartner während ihrer Ehezeit erworben haben, werden beim Versorgungsausgleich als gemeinschaftliche Lebensleistung betrachtet. Sie gehören nach dem Willen des Gesetzgebers beiden Ehegatten zu gleichen Teilen. Ziel ist es, dem Partner, der während der Ehezeit geringere Anrechte erworben hat, zum Beispiel wegen der Kindererziehung, eine eigene unabhängige Altersversorgung zu verschaffen oder eine bereits bestehende Versorgung zu erhöhen. 

Der Versorgungsausgleich findet auch bei der Aufhebung eingetragener Lebenspartnerschaften, die ab dem 01.01.2005 begründet wurden, statt.

Für vorher begründete Lebenspartnerschaften ist er nur möglich, wenn die Partner bis zum 31.12.2005 vor dem Amtsgericht erklärt haben, dass bei Aufhebung ein Versorgungsausgleich durchgeführt werden soll.

Die Ehezeit beginnt laut gesetzlicher Vorgabe mit dem Monat, in dem Sie geheiratet haben. Sie endet mit dem Monat, der dem Monat der Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehegatten durch das Familiengericht vorausgeht. 

Ein Beispiel:

  • Die Ehe wurde am 25.06.2010 geschlossen, 

    der Beginn der Ehezeit ist somit der 01.06. 2010. 

  • Der Scheidungsantrag wurde am 10.02.2020 zugestellt, 

    das Ende der Ehezeit ist somit der 31.01.2020.

  • Als Ehezeit für den Versorgungsausgleich gilt der Zeitraum 01.06.2010 bis 31.01.2020, 

    also 9 Jahre und 8 Monate.

Was genau passiert beim Versorgungsausgleich?

Das Familiengericht ermittelt alle Anrechte, die Sie durch Berufstätigkeit oder durch Vermögen während der Ehezeit erworben oder aufrechterhalten haben, also 

  • Anrechte aus Pflichtbeiträgen

  • Anrechte aus freiwilligen zusätzlichen Versorgungsabgaben

Als Versorgungswerk sind wir verpflichtet, uns am Verfahren als Versorgungsträger zu beteiligen und dem Familiengericht verschiedene Angaben mitzuteilen.

  • Ehezeitanteil Ihres Anrechts

  • Ausgleichswert

    = Ehezeitanteil geteilt durch zwei

  • korrespondierenden Kapitalwert

    Hierbei handelt sich um eine Rechengröße. Das Versorgungswerk hat diesen fiktiven Wert, der von den Ehepartnern nicht tatsächlich aufzubringen ist, zwingend mitzuteilen. Der Wert bezeichnet den Betrag, der zum Eheende einzuzahlen wäre, um ein Anrecht in Höhe des Ausgleichswertes zu erhalten. Er dient dem Vergleich verschiedener Anrechte und soll die wirtschaftliche Bedeutung des Anrechts vermitteln.

Auf dieser Grundlage trifft das Gericht eine Entscheidung über den Versorgungsausgleich und informiert die jeweiligen Versorgungsträger. Dabei gilt in der Regel

  • interne Teilung

    Das heißt die Teilung der Anrechte erfolgt in dem jeweiligen Versorgungssystem, in dem die Anrechte erworben wurden. 

  • keine Verrechnung aller Anrechte der Ehepartner

    sondern ein „Hin-und-Her-Ausgleich“ im jeweiligen Versorgungssystem

Sobald die Entscheidung rechtskräftig wird, vermindert sich Ihr Anrecht im Versorgungswerk entsprechend. Über die Umsetzung der gerichtlichen Entscheidung erhalten Sie von uns einen Bescheid. Gleichzeitig wird ein zweites, von Ihnen unabhängiges „Rentenkonto“ im Versorgungswerk eingerichtet, selbst dann, wenn Ihr Ehepartner oder Ihre Ehepartnerin dem ärztlichen Berufsstand nicht angehört.

Kann ich die Kürzung meiner Anrechte ausgleichen?

Ja, natürlich. Bereits mit dem Bescheid senden wir Ihnen erste Informationen über Ihre Möglichkeiten, die Minderung Ihrer Anwartschaft durch zusätzliche Zahlungen ganz oder teilweise auszugleichen. Gerne nehmen wir uns auch persönlich Zeit für Sie. Sprechen Sie uns an.